TSV unterliegt knapp nach couragierter Leistung

Freiburger FC vs TSV Ilshofen 1:0

Tore: 1:0 Senftleber (79.)

Intensives Duell

Freiburg / Hartmut Ruffer 18.06.2018

Maximilian Egner ruderte mit den Armen und rief seinen Teamkameraden aufmunternde Worte zu. In der 78. Minute spürte auch der Ilshofener Innenverteidiger, dass beim TSV die Kräfte langsam schwanden. Zu viel Kraft hatte die intensive, durchweg auf hohem Niveau gespielte Partie gekostet.

Egners Aufmunterung wurde zwar vernommen, doch es fruchtete nichts. 60 Sekunden später lag der Ball im Tor. Diesmal nutzte der Freiburger FC die sich immer öfter ergebenden Räume im Mittelfeld. Ilshofen verlor den Ball, Freiburg schaltete um. Der eingewechselte Alexander Koberitz bediente im Strafraum Marco Senftleber, der zum 1:0 einschoss. Der Zweite der Verbandsliga Südbaden wird mit einem knappen Vorsprung am kommenden Sonntag nach Ilshofen kommen.

Starker Beginn des TSV
„Ich kann damit leben“, meinte Ilshofens Spielertrainer Ralf Kettemann, „denn alle haben alles gegeben.“ Beide Teams zeigten, warum sie als spielerisch stark gelten. Ilshofen hatte in der Anfangsphase mehr vom Spiel und durch Distanzschüsse von Paul Weber und Niklas Wackler auch einige Gelegenheiten. Freiburgs Schlussmann Tim Kodric wirkte nicht bei jeder Abwehraktion sicher, verhinderte aber einen möglichen Rückstand.

Nach und nach holten sich die Gastgeber einige Spielanteile zurück. Mehrfach stellte FFC-Trainer Ralf Eckert das Spielsystem um. „Das gehört heute einfach dazu“, meinte er, eventuell lag es aber auch an Ilshofens Stärke. Trotz der hohen Flexibilität hatte aber auch Freiburg Schwierigkeiten, zu Abschlüssen zu kommen. Der TSV Ilshofen verteidigte konzentriert, die Abwehrreihe zeigte durchweg ein starkes Stellungsspiel.

Nach der Pause hatte zunächst Freiburg mehr vom Spiel. Ilshofen hatte Glück, als ein Schuss von Aslan Ulubiev an die Latte prallte. Bei sommerlichen, aber nicht zu heißen Temperaturen blieb das Spiel offen. Ilshofen spielte weiterhin gut aus der eigenen Hälfte. Was fehlte, war der letzte gute Pass in die Spitze. Zu häufig landete das entscheidende Zuspiel im Aus oder ein Freiburger brachte noch ein Bein dazwischen.

Den Gastgebern ging es nicht besser. auch sie zeigten starke Kombinationen, doch 20 Meter vor dem Tor war dann meist Schluss. Die Zuschauer wurden dennoch gut unterhalten. Sie spürten, dass beide Teams mit vollem Einsatz spielten. Gegen Ende der Partie wurde das Publikum, das bis dahin etwas reserviert war, lauter. Einige strittige, aber nie böse Szenen, führten zu einem erhöhten Puls bei allen Beteiligten.

Strittig schien zunächst auch der vermeintliche Ausgleich gewesen zu sein. Nach einem Eckball von Maximilian Gebert kam Ramazan Kandazoglu an den Ball und stocherte ihn ins Netz. Der Jubel brach aber schnell ab. Der Schiedsrichter hatte aus seiner Position keine Regelwidrigkeit erkennen können, doch sein Assistent an der Linie signalisierte Handspiel – zu Recht, wie Kandazoglu fair zugab.

Nowak wehrt gegen Faber ab
Kurz vor dem Abpfiff rettete Ilshofens Torwart Karel Nowak mit einer starken Parade gegen Konrad Faber und sorgte so dafür, dass am kommenden Sonntag für reichlich Spannung gesorgt ist.

Faber zeigte sich beeindruckt ob der spielerischen Qualität der Gäste. „Da kommt einiges auf uns zu“, war er sich sicher. Umgekehrt gilt das allerdings auch. Einen „brutal starken Gegner“ hatte Ilshofens Fußball-Vorstand Dario Caeiro gesehen.

Die Ausgangslage ist für den TSV Ilshofen zwar nicht einfach, aber dennoch ist der Aufstieg in die Oberliga weiterhin möglich. Da in den Relegationsspielen zur Oberliga nach der Europapokalregel gespielt wird, bedeutet ein 1:0 für Ilshofen nach 90 Minuten die Verlängerung. Bei einem 2:1-Sieg des TSV wäre Freiburg aufgrund des Auswärtstreffers aufgestiegen. Schießen die Breisgauer mindestens ein Tor, muss Ilshofen mit zwei Treffern Differenz gewinnen, um aufzusteigen.

Im Rückspiel hoffen die Verantwortlichen auf die Rückkehr von Benjamin Kurz. Der Stürmer hat heute einen MRT-Termin. Wenn an der Patellasehne nichts gerissen ist, könnte es für einen Einsatz des spurtstarken Stürmers reichen. Auch Martin Hess (eingeklemmter Nerv) und Andrej Nagumanov könnten es noch in den Kader schaffen. Damit hätte Ilshofen wieder mehr Optionen. Diese hatten gestern etwas gefehlt.

SO SPIELTEN SIE

Ilshofen: Nowak, Egner, Kettemann, Weber, Varallo (74. Lehanka), Gebert, Rummler, Wackler (85. Lindner), Wilske (72. Kandazoglu), Lienert, Schmelzle

Schiedsrichter: Reuter (Heidelberg)

Unter www.tsvilshofen-fussball.de/bilder gibt es die Bilder vom Spiel – vielen Dank, Werner Kurz.