TSV Ilshofen vor dem wichtigsten Spiel des Jahres – „Ein normaler Tag reicht nicht“ – TSV Ilshofen – Freiburger FC, 24. Juni, 15 Uhr

Es ist für beide Mannschaften das letzte Spiel der Saison. 90 Minuten, eventuell 120 oder gar noch mehr, dann wissen der TSV Ilshofen und der Freiburger FC, in welcher Liga sie in der kommenden Spielzeit 2018/19 antreten. Beide wollen in die Oberliga, nur einer darf. An diesem Sonntag wird auf der Anlage des TSV Ilshofen dieser letzte Platz vergeben.

Die Vorzeichen stehen günstig, dass die Zuschauer nicht nur ein spannendes, sondern auch ein hochklassiges Spiel erleben können. Schon im Hinspiel des Duells Zweiter der Verbandsliga Württemberg (Ilshofen) gegen Zweiter der Verbandsliga Südbaden (Freiburg), das der Freiburger FC mit 1:0 gewann, zeigten beide Teams guten Fußball.

Von einem „sehr starken Passspiel“ spricht Freiburgs Trainer Ralf Eckert, der in der kommenden Saison in seine zehnte Spielzeit mit dem Freiburger FC gehen wird. „Das war konstant hohes Niveau.“ Dem schließt sich sein spielender Trainerkollege des Gegenübers an. Auch Ralf Kettemann hatte ein sehr gutes Spiel gesehen, zudem habe in Freiburg „eine ganz tolle Atmosphäre“ geherrscht.

Der Respekt voreinander ist nach dem Hinspiel nicht kleiner geworden. Kettemann erwähnt den 120-Tore-Sturm des FFC, der auch unter Druck mit einer ganz besonderen Selbstverständlichkeit agiere. Umgekehrt schwärmt Eckert von der starken Ilshofener Anfangsphase in Freiburg. „Als Zuschauer waren die ersten 20 Minuten überragend und toll anzusehen.“

Erinnerung an 2017

Komplimente wurden vor dem vielleicht wichtigsten Spiel in der bisherigen Historie des TSV Ilshofen genug ausgetauscht. Letztlich geht es darum, als Sieger den Platz zu verlassen. Und daran lassen beide Seiten keinen Zweifel, dass sie das sein werden.

Der Freiburger FC stand schon in der vergangenen Saison in der Aufstiegsrelegation zur Oberliga, unterlag damals der TSG Backnang nach einem 3:2-Auswärtserfolg auf heimischer Anlage mit 1:4. „Die jetzige Situation ist mit der damaligen nicht vergleichbar. In der vergangenen Runde hatten wir uns die letzten fünf, sechs Punktspiele durchgetankt, waren kräftemäßig über unserem Zenit“, erinnert sich Ralf Eckert. „Da hat uns selbst die 1:0-Führung im Rückspiel nicht gereicht. Diesmal aber sind wir fit und austrainiert.“ Das sei aber notwendig, denn Ilshofen sei von der Qualität her „noch ein Stück höher als die TSG Backnang“ einzuschätzen. „Ein normaler Tag wird uns nicht reichen, wir brauchen einen sehr guten Tag.“

Dank des 1:0-Erfolgs könnte Freiburg die Gastgeber mit einem Auswärtstor unter starken Druck setzen. Denn in der Relegation zur Oberliga wird nach der aus dem Europapokal bekannten Auswärtstorregel gespielt. Bei Gleichstand nach Hin- und Rückspiel ist die Mannschaft aufgestiegen, die mehr Auswärtstore erzielt hat. Ilshofen müsste also mit zwei Toren Differenz gewinnen, sollte Freiburg ein Tor gelingen.

Eines muss der TSV Ilshofen erzielen, um zumindest die Verlängerung zu erreichen. Dabei kann Benjamin Kurz nicht mithelfen. Der Stürmer fehlte bereits im Hinspiel. Am Montag erfolgte nach einem MRT-Termin die Diagnose. „Seine Patellasehne ist gereizt und hat auch leichte Einrisse“, berichtet Ralf Kettemann. „Er kann definitiv nicht spielen.“ Nur wenig besser sind die Aussichten bei Martin Hess (eingeklemmter Nerv). Bei ihm hat Kettemann aber die Hoffnung trotz eines „großen Fragezeichens“ noch nicht aufgegeben. Wieder im Kader ist der 31-jährige Andrej Nagumanov. Zumindest eine Option hat der TSV damit in der Offensive mehr. Im Hinspiel agierte Simon Wilske, sonst Teil der Abwehrkette, auf ungewohntem Terrain und spielte eine Art hängende Spitze.

Enderle wohl mit dabei

Der Freiburger FC wird wohl mit dem gleichen Kader wie im Hinspiel nach Ilshofen fahren, also auch mit Mike Enderle, der den Siegtreffer von Marco Senftleber vorbereitete. In seinem Fall gab es gestern Nachmittag wegen eines privaten Termins noch abschließende Gespräche. Ralf Eckert war aber optimistisch, dass Enderle mit nach Ilshofen fahren wird.

Um 9 Uhr wird der Freiburger FC am Sonntag mit dem Bus losfahren. Geplant sind zwei Pausen, in der einen werde es noch eine Kurzbesprechung auf einem Rastplatz geben, so Eckert.