Kader für die Oberliga vorgestellt

Ilshofen / Hartmut Ruffer 30.07.2018

Für die größte Heiterkeit sorgt Baba Mbodji, der Ilshofen mit seinem Heimatland vergleicht: „Ich bin hier im Senegal.“
Kaderpräsentationen sind für die jeweiligen Vereine meist eine feine Sache. Die Verantwortlichen können Freunde, Sponsoren und Gönner einladen und ihren Club in einem guten Licht präsentieren. Das passierte am vergangenen Samstag auch in Ilshofen. Bei Profivereinen kann dies schon mal in etwas langatmige Präsentationen ausarten. Beim TSV Ilshofen war dies nicht der Fall. Das lag auch an Vorstand Fußball Dario Caeiro, der neben harten Fakten immer wieder Anekdoten einstreute. So hatte er gerade die Zahlen der Jugendteams genannt – mit denen der TSV sehr zufrieden ist, da er in jeder Alterskategorie Zulauf hat -, als er Jonas Halder und dessen Freundin erwähnte, die die Jugend an einem Tag einkleideten. „Das war ein Anblick“, meinte Caeiro mit einem Schmunzeln. Er habe den beiden am Abend einen portugiesischen Rotwein vorbeigebracht. „Mit 14 Prozent, den haben die beiden auch gebraucht.“

Nach dem Demotraining der ersten Mannschaft mit Spielern der Jugend präsentierte der TSV seine Zugänge. Erster „Neuer“ war Jonas Wieszt. Zwar spielt der Torwart bereits seit der vergangenen Runde in Ilshofen, doch Caeiro hatte Wieszt bei der damaligen Präsentation vergessen. Mit einem breiten Grinsen erklärte Wieszt diesmal, dass er sich damals lange überlegt habe, ob er weitermache.

Erstmals in der Oberliga
Es zeigte auch die lockere Atmosphäre, die vor dem Start in das „Abenteuer Oberliga“ (Caeiro) momentan vorherrscht. Nach dem Last-Minute-Sieg in der Relegation freut sich der Verein auf die erste Saison überhaupt in der fünfthöchsten Spielklasse. Und so sagten auch Marcel Hossner (Verteidiger vom TSV Crailsheim), Lamar Yarbrough (Verteidiger von den Sportfreunden Hall), Julian Baumann (Verteidiger von der U 19 des FSV Hollenbach), Valentin Dambach (Torwart vom TSV Braunsbach), Carl Murphy (Verteidiger von den Sportfreunden Dorfmerkingen), Florian Weidner (Mittelfeldmann von der U 19 der TSG Hoffenheim) sowie die Eigengewächse Lars Fischer, Moritz Lindner und Marc Feinauer, dass sie allesamt große Lust darauf haben.

Das ist alles erwartbar an so einem Tag. Aber da war noch Baba Mbodji, der 1,93-Meter-Mann, der vom Landesligisten Kornwestheim nach Ilshofen wechselte. Der sei kein Mann vieler Worte, meinte Caeiro – und sollte sich täuschen. Zunächst erhielt der 20-Jährige ein Lob. „Er ist unglaublich organisiert und hatte immer alle erforderlichen Unterlagen parat“, meinte Caeiro. Dann sprach Mbodi, der erst seit zwei Jahren und acht Monaten in Deutschland ist und doch nahezu flüssig auf Deutsch Rede und Antwort stand. Auf die Frage, wie es ihm gefiele, meinte er: „Das ist hier wie im Senegal!“ Der Rest seiner Antwort ging fast im Lachen seiner Teamkollegen und der Gäste unter. „Alle sind so nett und sympathisch.“ Und gegenüber seinem Spielertrainer meinte er: „Danke, Herr Kettemann!“, was die nächsten Lacher produzierte, schließlich wird Ralf Kettemann von allen mit „Du“ und „Kette“ angesprochen.

„Mehr Demut“
Der Trainer hatte dann auch nur einen kurzen Auftritt, da der Test gegen den TSV Crailsheim (1:1) anstand. Die Neuen seien eben fast keine Regional- oder Oberligaspieler. „Es ging uns bei den Verpflichtungen um Leidenschaft und Demut. Themen, die wir ein bisschen mehr angehen sollten“, wirft er einen kurzen Blick zurück auf eine Saison, in der der TSV erst gegen Ende aufkam, dann aber mächtig. Prinzipiell sei er mit der Vorbereitung zufrieden, auch wenn einige Stammkräfte derzeit verletzt sind. Die Regenerationszeit ist kurz: Schon in zwei Wochen ist für den TSV Ilshofen der Oberliga-Auftakt beim SSV Reutlingen.